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BA-CA / wiiw Studie: Die neuen Tigerstaaten in Europa

Die Produktivität ist in den vergangenen zehn Jahren in den CEE-Ländern deutlich rascher gestiegen als in allen anderen Regionen der Welt mit Ausnahme Chinas.

Die neuen EU-Länder aus Osteuropa verzeichnen besonders starke Produktivitäts-zuwächse und konkurrieren immer erfolgreicher über die Qualität ihrer Produkte.

Westeuropa wird im Bereich unternehmensbezogene Dienstleistungen überlegen bleiben. Die CEE-Länder werden ihre Position als Industriestandort weiter ausbauen, insbesondere in der Autoindustrie und im Maschinenbau.

In den vergangenen zehn Jahren konnten die Länder Zentral- und Osteuropas (CEE) ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stark erhöhen. Das resultierte zum Einen in einem hohen Wirtschaftswachstum, andererseits in der deutlichen Verringerung ihrer Handelsbilanzdefizite. Das Bruttoinlandsprodukt der neuen EU-Mitglieder in CEE liegt nun rund 50 Prozent höher als noch vor zehn Jahren. Die Außenhandelsdefizite sind zwischen 1999 und 2005 von durchschnittlich 7 Prozent des BIP auf weniger als 3 Prozent gesunken. Basis dieser Entwicklungen ist eine drastische Steigerung der Produktivität: In den neuen EU-Ländern ist sie um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr gestiegen (gemessen als reales BIP pro Kopf). In den EU-15 waren es demgegenüber nur 2 Prozent und in den asiatischen Tigerstaaten 3 Prozent 1.

Eine neue, im Auftrag der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) durchgeführte Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) zeigt, dass sich die Struktur der Industrieproduktion und der Exporte in den neuen EU-Ländern rasch in Richtung Mittel- bis High-Tech-Segment verschoben hat. In diesen Branchen, vor allem im Maschinen- und Anlagenbau einschließlich Fahrzeugindustrie, konnten sie sich stark etablieren, oft im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Produktionsnetzwerken, in denen transnationale Konzerne aus den "alten" EU-Ländern eine wichtige Rolle spielen.

Die besonders gute Entwicklung im Mittel- bis Hochtechnologiebereich wird vor allem von der Slowakei, Ungarn, der Tschechischen Republik und Polen getragen. Im Niedrigtechnologie-bereich hat vor allem das EU-Kandidatenland Rumänien in den vergangenen zehn Jahren erhebliche Marktanteile dazugewonnen und deutliche Qualitätssteigerungen erzielt. Ungarn und die Tschechische Republik konnten ihre Marktanteile auch im High-Tech Bereich deutlich ausweiten.

Die Produktivitätssteigerung und der Übergang zur Produktion mit höherer Wertschöpfung erlaubte den neuen EU-Ländern gleichzeitig Marktanteile zu gewinnen und ihre Preissetzungsmacht zu erhöhen: In den 1990er Jahren waren die Verkaufspreise für Exportprodukte der neuen EU-Länder und der Kandidatenländer in die EU-15-Staaten deutlich geringer als die Durchschnittspreise für dieselben Güter aus den EU-15-Ländern. Nur Produkte aus China waren noch billiger. In den letzten Jahren, deutlich sichtbar seit 2002, ist der Preisunterschied erheblich kleiner geworden. Er hat sich von mehr als 20 Prozent auf weniger als 10 Prozent verringert, während er für Produkte aus China bei 30 Prozent geblieben ist.

"Im Mittel- bis Hochtechnologiebereich wie etwa der Fahrzeugindustrie haben die neuen Mitgliedsländer rascher als alle anderen Länder Marktanteile erobert und ihre Preissetzungs-macht verbessern können”, sagt Marianne Kager, Chefökonomin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). "In diesem Bereich bewegen sie sich schneller als die asiatischen Tigerstaaten, China und Indien.”

Die Entwicklung in Zentral- und Osteuropa wird weiter in diese Richtung gehen. Die in der Entwicklung weiter fortgeschrittenen westeuropäischen Länder werden bei unternehmens-bezogenen Dienstleistungen vermutlich weiterhin einen Wettbewerbsvorteil haben. Zentral- und Osteuropa wird aber durch Vertiefung der Spezialisierung und durch Qualitätswettbewerb seine Position als Industriestandort weiter stärken können.

Ausländische Direktinvestitionen spielen bei dieser Entwicklung, die auch von einer guten Wirtschaftsinfrastruktur begünstigt wird, eine wichtige Rolle. Der Vorsprung der wirtschaftlich am höchsten entwickelten Länder gegenüber den neuen Mitgliedsländern ist im Infrastrukturbereich (Humankapital, Telekommunikation), bei der Leichtigkeit der Geschäftstätigkeit (notwendiger Zeitaufwand für Unternehmensgründungen, für Zollformalitäten usw.) und beim Ausmaß staatlicher Regulierung erstaunlich gering.

Den guten Bedingungen in den neuen Mitgliedsländern auf diesen Gebieten stehen aber Institutionen gegenüber, die noch nicht ebensogut ein verlässliches und förderliches Umfeld für Unternehmen gewährleisten. "Hier sind noch größere Anstrengungen erforderlich”, meint Julia Wörz, Expertin für Außenhandel beim wiiw. "Der europäische Integrationsprozess wird aber dafür sorgen, dass die neuen Mitgliedsländer und die Kandidatenländer in dieser Hinsicht in naher Zukunft rasche Fortschritte machen."

Die Kandidatenländer (Kroatien, Bulgarien, Rumänien) schneiden in allen Aspekten der Wettbewerbsfähigkeit etwas schlechter ab und müssen daher ihre Stellung stärker gegen die Konkurrenz aus der zweiten Welle der asiatischen Tigerstaaten und gegen Länder wie die Türkei und Mexiko verteidigen. Die beiden Giganten unter den Emerging Markets, China und Indien, zeigen eine hohe Konkurrenzfähigkeit bei den Produktionskosten und schichten rasch in Richtung Produktion mit höherer Wertschöpfung um, haben aber punkto Infrastruktur und Wirtschaftsumfeld noch viel aufzuholen.

www.ba-ca.com

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