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Tierarzneimittelmarkt 2005

Starke Umsatzzuwächse bei Antiparasitika - Negative Entwicklung des Impfstoffmarktes gestoppt

Der Tierarzneimittelmarkt blieb mit einem Plus von nahezu sechs Prozent im Jahr 2005 weiter auf Erfolgskurs. Dies teilte Dr. Martin Schneidereit, Geschäftsführer des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. (BfT), anlässlich der 20. Mitgliederversammlung in Stuttgart mit.

Verantwortlich für dieses zufrieden stellende Ergebnis seien vor allem die Hobbytierprodukte und das Antibiotikasegment. Nach einem sehr schwachen Vorjahr hätte sich aber auch der Impfstoffmarkt mit einem Wachstum von zwei Prozent wieder etwas erholt. Diese Zuwächse seien jedoch nur einigen wenigen innovativen Impfstoffen zu verdanken, so Schneidereit weiter.

Die Gewinner des Jahres 2005 seien die Antiparasitika gewesen, erläuterte der BfT-Geschäftsführer. Die Zuwächse seien fast ausschließlich getragen durch Produktinnovationen im Bereich Floh-, Zecken- und Wurmbekämpfung bei Kleintieren.

Im Großtiersegment dagegen habe man auch bei Antiparasitika wiederum ein negatives Wachstum verzeichnen müssen. Dies erkläre sich aus der zunehmenden Margenreduzierung durch den Generikawettbewerb bei den Endektoziden. Auch die pharmazeutischen Spezialitäten hätten das gute Wachstum der vergangenen Jahre nicht fortsetzen können, eine Ausnahme in diesem Bereich bildeten lediglich die entzündungshemmenden Mittel.

Insgesamt sei der Nutztiermarkt mit einem Anteil von 52 Prozent wie in den Vorjahren knapp vor dem Hobbytierbereich geblieben, so Schneidereit abschließend.

Gutes Klima

Über die Schwerpunkte der Verbandsarbeit berichtete der BfT-Vorsitzende Dr. Dieter Schillinger. "Neue Gesichter auf der politischen Bühne, eine gefühlte Verbesserung sowie eine optimistischere Einschätzung der wirtschaftlichen Lage prägen derzeit auch unser wirtschaftliches Umfeld." Damit verbunden seien auch einige politische Hoffnungen. Parallel dazu müsse man jedoch mit den Risiken neuerlicher Ausbrüche von klassischer Schweinepest oder Geflügelpest leben. Eine Wiederholung des guten Marktwachstums in 2005 sei deshalb wenig wahrscheinlich.

Insgesamt habe sich die Tiergesundheitsindustrie in den letzten Jahren aber gut entwickelt, führte Schillinger weiter aus. Die Themen Tiergesundheit und Arzneimittelsicherheit seien weitgehend akzeptiert. Wissenschaftliche Fragen wie z.B. zu Antibiotikaresistenzen könnten heute nüchterner und positiver beantwortet werden als noch vor einigen Jahren.

Naturalrabatte gehen verloren

Die noch nicht abgeschlossene Novelle der Tierimpfstoff-Verordnung gehöre zu den aktuellen Themen. Besonders wichtig seien im derzeitigen Entwurf drei Punkte. Die Genehmigungs- soll zur Anzeigepflicht bei der Abgabe von Impfstoffen erleichtert werden. Die Möglichkeit, Impfstoffe durch den Tierarzt an qualifizierte Halter abgeben zu können, soll erhalten bleiben. Darüber hinaus werde begrüßt, dass das strikte Umwidmungsverbot für sehr kleine Indikationen aufgehoben werden soll.

Seit Anfang Mai gelte jetzt das Verbot der Naturalrabatte, so Schillinger weiter. "Dieses klassische kaufmännische Instrument, das bereits die phönizischen Händler zur individuellen Preisfindung nutzten, steht uns nun leider nicht mehr zur Verfügung." Maßgeblich für dieses Verbot seien weniger inhaltliche als formal juristische - und für den Tierarzneimittelsektor nicht nachvollziehbare - Erwägungen des Gesundheitsministeriums gewesen.

Mit Blick in die Zukunft beschloss Dr. Dieter Schillinger seinen Vortrag. Neue Themen wie die Aviäre Influenza böten die Chance, über Impfstoff-Innovationen das Thema Gentechnik weiter voranzubringen. Und noch solle man den Optimismus beibehalten, dass die neue Bundesregierung ihrer Ankündigung zum Bürokratieabbau auch Taten folgen lasse. Ein freiheitliches, wettbewerbsfreundliches Umfeld habe schon immer zu den stärksten Antriebskräften für innovative Entwicklungen gezählt.

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